Allianz New Space Rückblick und erstes Netzwerktreffen

Nach dem erfolgreichen Kick-off der Initiative „NewSpace Mainfranken“ am 11.12.25 setzt die Allianz ihre Arbeit mit dem ersten Netzwerktreffen fort. Beim ersten Zusammenkommen im vergangenen Jahr hatten sich rund 110 Interessierte aus Wissenschaft und Wirtschaft über die vielfältigen Potenziale der Raumfahrt für den Standort Mainfranken ausgetauscht und damit ein eindrucksvolles Signal für die Innovationskraft der Region gesetzt.

Die Initiative wurde von neun starken Netzwerkpartnern ins Leben gerufen, die gemeinsam die gesamte Wertschöpfungskette vom Satelliten bis zur Anwendung abdecken: Die IHK Würzburg-Schweinfurt, die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt, das Zentrum für Telematik, das Fraunhofer EMI, das Fraunhofer ISC, das Center for Applied Energy Research (CAE), das Technologie- und Gründerzentrum Würzburg (TGZ) sowie die Stadt Würzburg haben sich zusammengeschlossen, um die regionalen Kompetenzen rund um Kleinsatellitensysteme und NewSpace-Technologien zu bündeln und Mainfranken als wichtigen europäischen Raumfahrtstandort zu etablieren.

Personen beim Auftakt „Allianz NewSpace Mainfranken“: (vordere Reihe von links) Prof. Dr. Matthias Bode, Dr.-Ing. Stefan Möhringer, Caroline Trips, Lukas Kagerbauer. (Hintere Reihe von links) Dr. Hans-Peter Ebert, Dr. Stephan Busch, Dr. Victor Trapp, Ralf Landwehr, Prof. Dr. Hakan Kayal, Daniel Salzinger, Prof. Dr. Klaus Schilling, Oliver Ruf, Prof. Dr. Hannes Taubenböck. Foto: Marcel Gränz

Wie der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Lukas Kagerbauer beim Kick-off betonte: „In Mainfranken hat sich ein beeindruckendes Weltraum-Ökosystem mit hohen Kompetenzen in autonomen Kleinsatellitensystemen, spezifischen Studiengängen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, innovativen Start-ups und Industriepartnern entwickelt.“ Diese einzigartige Konstellation ermöglicht einen engen Wissenstransfer in die Industrie und schafft die Basis für neue Wertschöpfungsketten, Serienfertigungen und Anwendungen – von Erdbeobachtung über sichere Kommunikation bis hin zu Quantentechnologien. Die IHK Würzburg-Schweinfurt übernimmt dabei eine koordinierende Rolle, stärkt Kooperationen und erhöht die nationale sowie internationale Sichtbarkeit der Region als New-Space-Standort. Besonders im Fokus stehen Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe, vor allem aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik sowie IT, die durch eine Zusammenarbeit mit der Raumfahrtbranche neue Anwendungsfelder für ihre Kompetenzen erschließen können.

Das TGZ in Verbindung mit dem IGZ sind auch zentrale Partner dieser Allianz, weil das TGZ als Location Partner des ESA Business Incubation Centers Programm (ESA BIC) eine sehr attraktive Möglichkeit hat, gezielt Start-ups im Raumfahrtbereich oder mit Raumfahrtbezug zu fördern. Mittlerweile sind eine Reihe von innovativen New Space Start-ups am TGZ beheimatet (u.a. Neural Sat, Pyxis Space und Far Earth Labs). Zentrales Ziel des TGZ ist mittels ESA BIC auch weiterhin Raumfahrt Start-ups in der Region und am Standort zu fördern und somit dadurch einen Beitrag zu den Zielen der Allianz New Space zu leisten.


Mit dem ersten Netzwerktreffen am 05.02.26 knüpft die Initiative an den erfolgreichen Auftakt aus dem Dezember an. Der Austausch fand dieses Mal bei dem Center for Applied Energy Research (CAE) am Hubland statt. Ziel der Allianz ist es nun regelmäßig bei allen Partnern Station zu machen und so einen besseren Einblick in die Arbeit dieser zu bekommen. Beim CAE gab Dr. Hans-Peter Ebert einen Überblick vom CAE und dessen Tätigkeiten bevor er tiefer in die Raumfahrtanwendungen einstieg. Das CAE hat mit seiner Expertise bei der Bestimmung thermophysikalischer Eigenschaften und komplexen thermophysikalischen Systemsimulationen schon einige Beiträge bei Sonden, der Ariane und anderen Raumfahrtprojekten geleistet. Im Orbit um die Erde tritt z.B. bei der ISS-Außenhaut eine Temperaturdifferenz von -160 Grad Celcius bis zu +120 Grad Celcius in der Sonne. Gerade diese Temperaturschwankungen sind für Materialien von besonderer Herausforderung. Ganz zu schweigen vom Wiedereintritt von Kapseln in die Erdatmosphäre oder dem Start einer Rakete. Hier hat das CAE große Kompetenzen und als Impact Story wurde die ESA Merkur Mission Bepi Colombo gezeigt. Die Sonde muss an ihren Solarzellen gewisse thermische Belastungen aushalten und bei diesen Tests hatte das CAE unterstützt. Die dafür verwendeten Materialien sogenannte Honeycomb Tragestrukturen für die Solarzellen wurden im Vortrag auch als Hands-on zur Begutachtung verteilt.

Weiterhin wurde auch eine Impactstory zur Superisolationen von Wiedereintrittskörpern gezeigt, welche durch die Spezialisierung von Kohlenstoffaerogel-Verbundstoffen als Isolationsmaterial gezeigt wurde.

Am Ende gab es noch den Ausblick einer Themenstellung zur Problematik bei kleinen Satelliten und dass gerade diese auch Herausforderungen bei Wärmekontrolle haben. Mit seiner Expertise kann das CAE somit auch bei SmallSats weiterhelfen.

Nach dem Vortrag kam es noch zu einer Führung durch die Labore des CAE und einem abschließenden Austausch und Netzwerken der Teilnehmenden.

Auf das nächste Netzwerktreffen der Allianz New Space beim Zentrum für Telematik im TGZ freuen wir uns schon. Das Thema Raumfahrt hat in der Region ordentlich Fahrt aufgenommen und wird weiter wachsen! Wir vom TGZ werden uns auch weiterhin dafür einsetzen und freuen uns auf alle zukünftigen Entwicklungen. Wenn Sie fragen zum Thema ESA BIC, Gründung oder auch allgemein haben, dann sprechen Sie uns gerne an!

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